Zeitzeuge Büderich

Ein Generationentreff

Erinnerungen schaffen

80 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges ist Erinnern wichtiger denn je. Ein Film, anders als unsere bisherigen Produktionen. Er kommt ohne bildgewaltige 3D-Animationen, ohne Akteure in historischen Kostümen aus. Er ist leise. Er ist unspektakulär. Aber, er ist emotional.

Emotional dann, wenn der Zeitzeuge Heinz Nagels sich erinnert, als er zusehen musste, wie NS-Schergen die jüdische Familie Herz zwangen, ihre eigenen Möbel aus den Fenstern zu werfen, um sie auf der Straße anzuzünden. Emotional dann, wenn der Zeitzeuge Otto Norf auf dem Rheindeich liegend die vielen anfliegenden Bomber beobachtete, die den Untergang Wesels einleiteten.

Generationen verbinden,
Verantwortung übernehmen

Die wenigen noch Lebenden der Generation 90 plus erzählen der jungen Generation aus der Zeit des Nationalsozialismus.

Im Mittelpunkt stehen diese Erinnerungen, der NS-Zeit und der Zeit danach in Büderich. Sie teilen sie mit Jugendlichen. Sprechen mit ihnen nicht nur was war, sondern wie es war.

Ein Generationen-Treff der ganz besonderen Art! Initiiert und beauftragt vom Heimatverein Büderich. Und unterstützt von der Kulturförderung des LVR.

Wirklich wertvoll wird dieser Film in 2 bis 3 Jahrzehnten. Denn dann wird es diese Generation nicht mehr geben und die Verantwortung für unsere Zukunft liegt gänzlich in den Händen der jungen Menschen, die hier zugehört haben.

Die Jugendlichen am Mahnmal der gefallenen Soldaten.
Auf dem Büdericher Deich.
Vor dem ehemaligen Haus der jüdischen Familie Herz.
Treffen am Originalschauplatz: Alexander Berkel und André Steffans berichten den Jugendlichen vor der Wacht am Rhein über die damaligen Geschehnisse.
Letzte Absprachen, dann geht's los.
Dreharbeiten mit 2 Generationen.
Im Geschichtsunterricht am AV-Gymnasium.
Die Zeitzeugen Heinz Nagels und Antonia Hankel erinnern sich an ihre Zeit im Lager Bedburg.
Willi Scholten erinnert sich vor dem Denkmal des Kriegsgefangenenlagers an die Zeit, als er durch die Trichter streifte, auf der Suche nach Brauchbarem. Er verstarb kurz nach den Dreharbeiten.

Die Zusammenarbeit

... mit dem Heimatverein Büderich als unseren Auftraggeber war ausgesprochen fruchtbar und angenehm. Oft haben wir bei Rudolf Friedhoff in Büderich zusammengesessen, Dreharbeiten und Organisatorisches besprochen. Er engagierte sich als Projektleiter in den 2 Jahren Laufzeit ganz besonders, beschaffte die Mittel, lud Senioren und Jugendliche ein, zunächst zu einem Info-Nachmittag, dann zu den Dreharbeiten. Ob in der Grundschule in Büderich, dem AV-Gymnasium in Wesel oder der Caritas. Und er stieß immer auf offene Ohren.

Für das Projekt konnten wir den Geschichtslehrer André Steffans, Büdericher, und den Historiker Alexander Berkel gewinnen. Sie liefern historische Fakten, stellen die Ereignisse anschaulich dar, begleitet durch Original-Bildmaterial. Subjektive Erinnerungen aus der Kindheit, 8 Jahrzehnte vergangen, werden diesen Fakten gegenüber gestellt. Berkel hat eine besondere Verbindung zu Büderich: seine Mutter ist hier aufgewachsen und hat die Gedenktafel am Haus Herz initiiert.

Der Film

Premiere war am 23. Mai 2025 im LVR-Niederrheinmuseum Wesel. Am 11. und 18. Juni 2025 wurde der Film in der Wacht am Rhein in Wesel Büderich der Öffentlichkeit präsentiert, mit großem Anklang.

Der Heimatverein Büderich bietet ihn in Form eines USB-Sticks zum Kauf an. Und hier ist er nun ...

 

Weitere Informationen

... finden sie in unserem Parallelprojekt

www.krieg-am-niederrhein.de

In Texten, historischen Bildern und Filmen werden die Geschehnisse am Niederrhein 1944/45 geschildert. Ein Erkundungsraum, der neben der Schilderung der Fakten auch Zeitzeugen zu Wort kommen lässt, einzelne Themen genauer betrachtet, Fundstücke beschreibt. Wer ein Informationsbedürfnis und Fragen hat, findet hier Antworten und gesichertes Wissen - und kann auch Neues erfahren.

Und falls Sie die Geschichte Büderichs interessiert, weiter, viel weiter zurück, dann bietet

www.zeitreise-buederich.de

umfangreiche Informationen und einen Film mit 3D-Animationen.